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| alle Texte © Ralph Schüller
| außer, anders ausgewiesen
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zuletzt:
Bleibt eins
Ein Haar von dir
Das Ende der Welt
Der Anfang des Guten
Abgezählt
Ist eins und bleibt eins
Was auch immer es ist
Der Stein im Schuh
Erinnert sich
Du lehnst dich in Gedanken
An mich
Ist eins und bleibt eins
Auch, wenn man vergißt
Hier blüht die Minze
Ein Regenwald
Hier rückt kein Zeiger
Hier wird uns nicht kalt
Ist eins und bleibt eins
Wo auch immer du bist
[August 2010]
Sommerwolke
Leuchte leuchte leuchte
Flieg davon und erinnere uns
wahrhaft
unvergesslich
einzigartig
Vergiss uns
die Helden im Pyjama
die Zuckerbrot Kauenden
die Gras- und Halsabschneider
leuchte nur
mein Freund
leuchte
[23.06.2010]
Damit
Damit wir uns das Lächeln nicht mehr abgewöhnen
Und der Tag entgegen allem froh gelingt
Damit wir uns geübt die Haare föhnen
Im lauen und im rauen Wind
Damit wir uns die dünnen Häute reiben
Ein Zwinkern halten in jedem Augenblick
Damit wir losgehn und auch bleiben
Fuß vor Fuß und Schritt nach Schritt
Damit wir uns im Flug die Hälse ränken
Die Arme eingehakt und blind
Damit wir uns durch das Gelände lenken
Wie ein Schwarm Vögel der den Weg nach Süden nimmt
Damit wir nicht vergessen wie es wäre
Den Rest des guten Anstands
bewahrend auf Zehenspitzen gehn
Die goldnen Federn putzen und die rostigen Speere
die mit den Besen in der Abstellkammer stehn
Damit wir uns das Lächeln nicht mehr abgewöhnen
[11.06.2010]
Nebel
Wenn die Pavillons noch in den Feldern schweben
Das feuchte Gras hinterm Haus das erste Mal einatmet
Wir uns wundern, wie alles beginnen kann
Wie das Erwartete eintritt
Doch immer anders
die Richtungen und Größen
die eigene Zeit
die Minute früher oder später
als ob es sich nicht gleichen will
[19.04.2010]
April-Schnee
Zu früh, zu spät, ein Lächeln
Ein gewissenhaftes Aufräumen
das das Lebende trennt und vereint
Wir hören uns unentschlossen sicher reden
Essen das Bekannte von den Tellern
Schmecken und sehen das Unausweichliche
Bohren mit dem Finger darin
Ist es das, was du willst
Ist es das um Deinen Hals
In deinem Bauch
Wie Schnee aus dem letzten Jahr
Kräuter auf der Frühlingsseele
Die Besserung im Aufblühen
Wenn die Alten sterben
Und die neuen Vermieter ziehen ein
Lügt uns das Mögliche an.
[10.04.2010]
Wechselstubenromantik
Das Altgeglaubte
Das Neugeglaubte
Das Wetter vorm Fenster
Und jenes in der Zeitung
Ein Ziehen vom Rücken bis zum Herz
Das falsche Gras im Schaufenster
Der desinteressierte Blick der Puppe
auf dem Arm eines traurigen Kindes
Das innere Lachen
Der äußere Verfall
Tausend Dollar sind Siebenhundertfünfundvierzigachzig Euro
Ein Geschmunzelter Tagespreis ohne Gebühren
Eine Kette von Zufällen
Eine Betonwüste als Garten deklariert
Eine Bratwurst mit Ketchup
Ein glaubhafter Untergang
[26.03.2010]
Früh
Weht mir ein vorbeifahrender BMW
ein Blatt in die Fahrradspeichen
und es klappert wie früher
als wir uns einen Karton mit einer Wäscheklammer
an den Rahmen steckten und wir das Rad einfach
zum Glücksrad machten und zu den Motoren der ganz ganz Großen
mit Gebrüll die Straße auf und ab
bis uns vom Wind die Augen tränten
[01.03.2010]
Hoch hinaus
Verlieren wir uns
und den guten Anstand
Jetzt, nur jetzt
und für immer
Keine Angst auf der Straße
mit einem "Guten Tag"
einem ernstgemeinten "Dankeschön"
verlieren wir uns
mit gutem Gewissen
und gutem Geschmack
Zwinkern wir
trotz alledem
lächeln wir
trotz alledem
verlieren wir uns
[27.01.2010]
Wo waren wir
Den Sand zwischen den Zehen
Die Schuhe über der Schulter
Ausgestiegen aus den Autos und Zügen
Einen Plan auf den Lippen
Nie wiederzukommen
Wo waren wir
Die Hände in den Taschen
Als ein Krieg endete
und ein neuer begann
obwohl es viel zu kalt viel zu dumm und unnötig war
Wo waren wir
F zentre goroda
Out of town
in uns selbst
witzelnd
hungrig
blass
jeden Schimmer verloren
in den wörterformenden Nächten
Belächeltes Gekrächze
Zorniger Männer und freundlicher Frauen
Weißhäutig ahnungslos
waren wir
Wo waren wir
[25.01.2010]
Körperoberfläche
Hier drehen wir uns im Rad und die Sonne
Scheint und scheint wieder nicht
durch die Stäbe, unerreichbar der Himmel da draußen
ist zehnmal gesiebtes Licht
Runde um Runde, dreht sich die Trommel
Ein Russisch Roulette, ein Waschsalon
Mit schmutzigen Händen, in duftenden Kleidern
rennen wir uns selber davon
Revolution auf den T-shirts
Einen Strichcode überm Pulsschlag
Kein "Danke" auf den Lippen
Nur ein "Alles okay"
Da schlugen doch Herzen
Da maß unser Ohr
Da schworen wir uns doch
barfuß im Schnee
Die Finger gekreuzt, kindisch hinter dem Rücken
doch mit bestem Gewissen alle Ziele im Blick
springen wir erregt von den höchsten Brücken
ein elastisches Seil um unser Genick
[19.01.2010]
:)
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| www.ranef.de - Bilder
| Impressum: R. Schüller, Leipzig
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