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Sonntag der Dreizehnte | 1 Besucher online |
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Ralph Schüller

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::: November 3
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::: Tascheninhalt, rechts, 25.06.09
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::: Vielleicht das Paradies
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::: Wir trafen uns
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::: wie man vergisst
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::: Wo bist du hin
::: Wo waren wir
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::: Wünsch dir nicht
::: Zigarettenlänge
::: Zum Schluss
::: Zweiter Abschied
::: Zwei Katzen



| alle Texte © Ralph Schüller
| außer, anders ausgewiesen
 







TEXTE mit Akkorden (zum Download als pdf)
Alles ist Wald
Dein Wort
Drehen
Entwederoder
Haben uns weh
Hier
Irgendein
Mein Haus
Rummelplatz
Sinn und Unsinn
Sonntag der Dreizehnte
Stein auf Stein
Sterne hoch
Vielleicht das Paradies
Wach auf, wach ein
Wenn DU willst

zuletzt:

Sonntag der Dreizehnte

Du und ich
Hörst du mich und ich sehe dich
Das Schwere und Gute rauscht so leis

Krähe und Eichelhäher
Die Feinde des Jägers, kommt er schon näher
Das Schöne ist nicht nützlich und hat keinen Preis

Und es ist Sonntag der Dreizehnte
Die Mundwinkel oben und unten, ein Kreis
Und ich weiß nicht so viel, was ich wirklich weiß

Du und ich
Jeder denkt und stirbt für sich
Die Wahrheit ist kalt und Weiß auf Weiß

Fuchs und Hase
Den Jäger schon in der Nase
Jetzt heißt es schnell verschwinden im Eis unterm Eis

Und es ist Sonntag der Dreizehnte
Die Züge von gestern, heute auf gleichem Gleis
Und ich weiß nicht so viel, was ich wirklich weiß

Du und ich
Geteilt und Plus und Minus und Strich
Das Meer träumt vom badenden Ufer, warm und heiß

Pinguin und Hai
Der Jäger lächelt, Feuer frei
Und stellt sein Können unter Beweis

Und es ist Sonntag der Dreizehnte
Die Jahreszeiten wechseln, „don’t think twice“
Und ich weiß nicht so viel, was ich wirklich weiß




Vielleicht das Paradies

Vielleicht das Paradies, vielleicht die Hölle
Vielleicht ein stolzer Berg, vielleicht nur eine Delle
Sicher eine Pfütze vor dem Bahnhof um acht
Sagst du mir wie spät es ist oder ist es schon Nacht.
 
Vielleicht ein Augenzwinkern in der Straßenbahn
Eine abgedrehte Henne, ein zerrissener Hahn
Sicher eine deutliche Endstation
Steigst du jetzt nicht aus, kommst du nicht mehr davon.
 
Vielleicht ein Feuer oder nur eine Stadt
Die uns in der Ferne erschrocken hat
Brennt da ein Dorf; fällt da das Glück
In finsteres Mittelalter zurück.
 
Vielleicht ein Versehen, vielleicht ein Gesetz
Vielleicht ein großer Fisch in einem viel zu kleinen Netz
Sicherer Strand, die Landschaft hält still
Und du sagst, was ich hören will.
 
Spiegelst Du dich oder scheint es herauf
Klingelts es an der Tür oder dreht sich der Knauf
Erwartest du Freunde oder schleicht sich dein Feind
Vielleicht auch eine Omi, die es gut mit dir meint.
 
Vielleicht ein Feuer oder nur eine Stadt
Die uns in der Ferne erschrocken hat
Das Weiß deiner Augen in klarer Nacht
Sterne und Sterne und Sterne entfacht.
 
Riecht es nach Essen oder Formaldehyd
Hast du dir die weichen Hände verbrüht
Ist das nur Zirkus und wir gehn im Kreis
Bin ich ein Esel, der es nicht besser weiß.
 
Duftets nach Blumen oder Blumenkohl
Fällt ein kalter Tropfen, pocht es hohl
Wohin mit dieser Welt, halten wir das aus
Schlägt uns das Herz und fällt es heraus.
 
Vielleicht ein Feuer oder nur eine Stadt
Die uns in der Ferne erschrocken hat
Stiebt da ein Funke oder fliegt da das Glück
Enttäuscht in die Wipfel der Bäume zurück.


Hätte
Katzenfutter im Baumarkt
Konsumgüterproduktion in den Betrieben
natürlich ohne Gewähr, ob's auch gefressen wird
denn gekauft ist gekauft und einer hungernden Katze
schaut man nicht ins Maul
einer Eule nicht auf auf den Hintern
und einem Menschen nicht schäbig hinterher

Hätten sie mir gesagt, warum
Hätte ich mich schon lange erhängt
Hätte hätte Fahrradkette



Montag Achtuhrfünfzehn

Bananen kaufen

obwohl es geschneit hat
Die Verkäuferinnen befüllen konzentriert die Regale   
wie eine Flugzeugbetankung in zehn Kilometern Höhe
Gehe ich ihnen aus dem Weg, denn die Woche ist lang
und der Parkplatz vereist wie der Sommer in den digitalen Fotoalben
eine Display-Banane in meinem Beutel spricht zu mir:
Siehst du die Frau mit Hut am Bäckerstand des 21. Jahrhunderts? 
Den Mann im roten Kleid und Perlenkette in der Talkshow-Wiederholung im Fernseher über ihr?
Hörst Du mich sprechen, Du Affe? Hier spricht Banane!

Willkommen Montag. Willkommen Woche.
Willkommen Du Lusche!



wie man vergisst

wie man vergisst
das Eis auf den Wangen
eine Katze, schlafend auf dem Stuhl
die Wärme
den Organismus
zu bleiben, zu gehen
aufzuhalten, festzuhalten, loszulassen
den Himmel, das Wasser, die Gedanken
neben dir



Bottich

Das Gras wiegt sich nicht mehr
unter den Blättern des Herbstes
ziehen die Wolken
und wir stehen ahnungslos, traurig, begeistert

Wie schnell, wie schnell das alles
Das wir uns verlieren
das wir alles in Ordnung bringen könnten
das wir das nicht schaffen werden

Wie traurig wir doch sind
wie der Herbst es uns lehrt
der aber selbst nicht traurig ist
weil er nicht denkt
weil er nicht droht
weil er uns nicht wiegt




Monduntergang

Die ewig langen Zeiten Zeiten
Die geölten Schaufelstiele der Heizer
Die Spaghettisoßespritzer um den Mund
Meine zweiten Chancen

Die ewig langen langen Zeiten
Das Vertane
Die Waldläufe
Meine vorletzten Schritte
in den Garten hinter das Haus

Die Ewigkeit eines Hundebellens
Er und ich auf nächtlicher Augenhöhe
Meine Ziel-Ungerade
während der Mond untergeht

[September 2011]


Sommerlaune

Das wechselnde Wetter
Die Tomaten und die Fliegen
Auf dem Fleisch der Tagesgeschäfte
Die Ablenkungen, wenn der Schein uns trügt
In die Ablenkungen
In die Gewalt

Die verfolgten Momente des Glücks
Diese fünf Sekunden wunderbar taubblindstummes Nichtswissen
Wollen wir
Das Essen
Das Sex
Das Ruhm
Das Hilfe Hilfe Hilfe
Das Wie-einfach-wir-doch-sind

Der dreiundvierzigste Advent scharrt an der Tür
Was für ein schönes zuckendes Soundso

[Juli 2011]


April-Ende

Hilft nichts
bleibt nichts
weiter die Straße
hinaufhinab
ein süßes Zucken
ein fahles Zittern

Vor uns die Weite Arizonas
hinter uns ein deutscher Supermarkt
ein Polizeiwagen stiebt in den Horizont
wir fragen nicht mehr warum
wir haben das gelernt
wir flüstern
und lächeln
uns zu

Es hilft nicht
Es bleibt nichts
schlaf schön
mein treuer April.

[April 2011]


Buillac

Warten und lauschen
Waschen und Kämmen
Die Schuhe dreckig machen
Sie säubern und trocknen
Holz auf das Feuer legen
Den Hund und die Katze streicheln
Sich in die Kurve legen als wäre Rummel
Denn das Kettenkarussell ist heute kostenlos

Eine große unendliche Pause
Ein Wachsen, Ruhen, Wachen

Und die Krähen trampeln ein fremdes freundliches Gesicht
in den stillen Schnee






° ° °






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